5.6.2020, 9:02

ŠKODA überträgt technische Innovationen aus dem Motorsport seit jeher auf seine Serienfahrzeuge

  • Der Motorsport dient traditionell auch der Entwicklung neuer Technologien für Serienfahrzeuge
  • Allradantrieb, Turbolader, Direkteinspritzung und „Downsizing“ beweisen ihre Zuverlässigkeit in den Rennfahrzeugen von ŠKODA ebenso wie in den Serienmodellen 

Mladá Boleslav / Cham, 5. Juni 2020 – Der Motorsport und insbesondere der Rallyesport spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung technischer Innovationen, die anschliessend Eingang in die Serienmodelle finden. Auch bei ŠKODA sorgen der Allradantrieb oder kraftvolle, effiziente Turbomotoren nicht nur für Schnelligkeit auf den Wertungsprüfungen der Rallye-Wettbewerbe, sondern verrichten auch in Serienfahrzeugen des Herstellers ihren Dienst. 

Christian Strube, ŠKODA AUTO Vorstand für Technische Entwicklung, betont: Eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Motorsport-Ingenieuren und den Kollegen aus dem Bereich Technische Entwicklung ist für uns von grosser Bedeutung. Diese Kooperation ist geprägt von höchster technischer Kompetenz, grossem Engagement und der Freude an der Technik. Diese Begeisterung und unsere Erkenntnisse aus dem Motorsport übertragen wir von der Rallyepiste auf die Strasse in unsere Serienmodelle“.

So besteht ein ŠKODA FABIA Rally2 evo aus insgesamt rund 3'000 Komponenten – rund 40 Prozent davon kommen in nahezu identischer Form auch in Serienfahrzeugen zum Einsatz, darunter etwa der Motorblock.

Während der oftmals parallel verlaufenden Entwicklung von FABIA-Serienmodell und Rallyefahrzeug teilen die Ingenieure von ŠKODA Motorsport die bei Testfahrten gesammelten Eindrücke mit ihren Kollegen in der Entwicklungsabteilung von ŠKODA in Mladá Boleslav. Auf diese Weise haben bereits mehrfach neue Erkenntnisse unmittelbar Eingang in die Entwicklung des Serienmodells gefunden – so wurde beispielsweise die Position der Scheinwerfer im FABIA Serienmodell von der Motorsport-Version beeinflusst.

Die oberste Motorsport-Behörde FIA hat für Rally2-Fahrzeuge wie den ŠKODA FABIA Rally2 evo festgelegt, dass eine vorgeschriebene Anzahl an Teilen und Komponenten aus der Serienproduktion stammen muss. Ziel ist es, diese Kategorie dadurch auch für Privatfahrer preislich attraktiv zu halten. Der maximale Verkaufspreis von Fahrzeugen dieser Klasse liegt deswegen bei 200.000 Euro und ein ŠKODA FABIA Rally2 evo besteht daher aus FIA-reglementierten Komponenten, speziellen Motorsport-Bauteilen, Originalteilen und modifizierten Serienkomponenten.

Turbo-Aufladung und Benzin-Direkteinspritzung sorgen für mehr Leistung und Effizienz 
Die Entwicklung im Motorsport hat die heutige Turbo-Technologie stark vorangetrieben. Zusammen mit der Benzin-Direkteinspritzung und dem sogenannten „Downsizing” der Motoren – dem Trend zu weniger Zylindern und geringerem Hubraum – spielen moderne Turbolader eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, grösstmögliche Effizienz zu erzielen. Motoren mit vergleichsweise geringem Hubraum verfügen dank eines Turboladers trotzdem über hohe Leistung und ein hohes Drehmoment bei gleichzeitig geringem Treibstoffverbrauch. Der Erfolg der TSI-Motorentechnologie ist ein Beispiel dafür, sie hat in der gesamten ŠKODA Modellpalette Einzug gehalten.

Allerdings ist der Technologietransfer zwischen dem Motorsport und der Serienproduktion keine Einbahnstrasse – er funktioniert in beide Richtungen. Das Aggregat des ŠKODA FABIA Rally2 ist „made in Mladá Boleslav” und wurde parallel zum Serienmotor entwickelt. Der 1,6-Liter-Turbomotor des ŠKODA FABIA Rally2 evo basiert auf dem 1,8-Liter-Aggregat, das im Serienmodell des ŠKODA SUPERB für den chinesischen Markt Verwendung findet. Der Vierzylinder wird in Shanghai in Kooperation mit dem Joint-Venture-Partner SAIC Volkswagen hergestellt. 70 Prozent der Motoren-Bauteile, darunter Turbolader, Lüfter und Lichtmaschine stammen aus der Serienproduktion. 

Gemäss den Regularien der FIA, die als Basis ein Serienaggregat vorschreibt, wurde der Hubraum von ursprünglich 1,8 auf die in der Kategorie Rally2 maximal erlaubten 1,62 Liter reduziert. Die Ingenieure von ŠKODA Motorsport änderten dazu den Hub und entwickelten eine neue Kurbelwelle. Obwohl gemäss Reglement ein Luftmengen-Begrenzer (Air restrictor) mit nur 32 Millimeter Durchmesser sowie ein Überdruckventil die Leistung künstlich begrenzen, produziert der Rennmotor des ŠKODA FABIA Rally2 evo rund 280 PS (212 kW) und ein maximales Drehmoment von 425 Newtonmeter. 

Karosserie mit Modifikationen
Verglichen mit einem serienmässigen ŠKODA FABIA sind beim Rallyefahrzeug rund 55 Prozent der Karosserie identisch oder nur leicht modifiziert. Beim Aufbau des Rallyefahrzeugs müssen allerdings auch bestimmte Komponenten berücksichtigt werden, die durch die FIA-Regularien vorgeschrieben sind. ŠKODA Motorsport verwendet nur Teile der Serienkarosserie als Basis für die aufwendig konstruierte Rohkarosse des Rallyeautos. Diese wird zusammen mit der Sicherheitszelle sowie speziell für den Rallyesport modifizierten Teilen von Grund auf aufgebaut. Die gesamte Struktur des Rallyeautos ist auf heftige Sprünge und starke Beschleunigungskräfte in Längs- und Querrichtung ausgelegt, die speziell beim Bremsen Werte von 2 g betragen können, was dem Zweifachen der Erdbeschleunigung entspricht. 

Der Innenraum des ŠKODA FABIA Rally2 evo unterscheidet sich grundlegend vom serienmässigen FABIA. Zur Ausstattung an Bord gehören unter anderem spezielle Rennsitze sowie Sechs-Punkt-Sicherheitsgurte. Die Armaturentafel im Rallyeauto basiert zwar auf der Serienversion, die Instrumente haben allerdings nichts mehr mit der Serie gemein. Während der serienmässige ŠKODA FABIA eine Klimaanlage für die Passagiere bereithält, versorgen die Rallyecrew Lüftungsdüsen mit frischer Luft in Umgebungstemperatur. Bei Rallyes im Winter können Fahrer und Beifahrer allerdings immerhin auf eine Heizung zurückgreifen. 

Bordelektronik liefert umfassende Informationen und Fahrdaten
Jedes moderne Auto ist mit einer sogenannten ECU – einer elektronischen Kontrolleinheit – ausgestattet. Diese steuert und überwacht die Fahrzeugelektronik sowie ihre Sensoren und Fahrer-Assistenz-Systeme. In der Werkstatt ermöglicht die ECU ausserdem, mögliche Fehlfunktionen auszulesen und zu analysieren. Sie unterstützt damit eine zielgerichtete Fehleranalyse und Reparatur. In einem Rallyefahrzeug liefert die ECU mit der integrierten Datenaufzeichnung nicht nur Ingenieuren, sondern auch Fahrern wertvolle Informationen. Die Rallyepiloten können ausserdem präzise ihren Fahrstil analysieren und beispielsweise nachvollziehen, bei welcher Motordrehzahl sie geschaltet oder gebremst haben oder wie sie beschleunigt haben. Die Renningenieure können zusätzlich den technischen Status des Fahrzeugs überwachen und wissen genau, wann zusätzliche Wartungsarbeiten erforderlich sind. 

Ausgerüstet mit einem sequenziell geschalteten Fünfgang-Getriebe des Herstellers Xtrac stürmt der ŠKODA FABIA Rally2 evo auf trockenem Asphalt in 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Während das Fahrwerk des serienmässigen FABIA vor allem auf eine gute Strassenlage und maximalen Komfort ausgelegt ist, schaffen die Radaufhängungen des Rallyeboliden optimale Voraussetzungen für die speziellen Anforderungen im Wettbewerb: MacPherson-Federbeine an allen vier Rädern sorgen für maximale Federwege. Für bestmögliche Strassenlage und Traktion stehen beim ŠKODA FABIA Rally2 evo zwei unterschiedliche Fahrwerkskonfigurationen zur Wahl – eine für Wertungsprüfungen auf Schotter und eine für Asphaltpisten.

Der Rallyesport fördert dank Allradantrieb das Image der Strassenfahrzeuge
In den frühen 1980er Jahren revolutionierte der Allradantrieb den Rallyesport. Die neue Technologie veränderte aber nicht nur die FIA Rallye-Weltmeisterschaft, sondern half auch dabei, das Fahrverhalten von Strassenfahrzeugen zu verbessern, indem der Allradantrieb speziell auf nassen und rutschigen Fahrbahnen für überlegene Traktion und bessere Spurtreue sorgte. Seitdem wird er dafür von Rallyepiloten auf der Piste ebenso wie von Autofahrern im Alltag gleichermassen geschätzt. 

Seine 4x4-Kompetenz unterstreicht ŠKODA heute regelmässig im Rallyesport. Die dort siegreiche Allrad-Technologie kommt mit den SUV-Modellen KAROQ und KODIAQ sowie dem OCTAVIA und SUPERB in vier Serienbaureihen zum Einsatz. Von 1999 bis zum Ende des Jahres 2019 konnte ŠKODA mehr als eine Million Autos mit Allradantrieb an Kunden ausliefern. Getreu dem Motto: „Win on Sunday, sell on Monday“ ist die Erfolgsgeschichte der ŠKODA Allradmodelle untrennbar mit den erfolgreichen Rallyeautos des tschechischen Herstellers, etwa dem ŠKODA FABIA Rally2 evo verbunden.

Der Kalender 2020 der FIA Rallye-Weltmeisterschaft

Auflistung
*Veranstaltungen aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus verschoben

 

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